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06.06.2011 | Beschäftigungspolitik

Facharbeitermangel in Deutschland eine Schimäre

Statistikprofessor räumt mit Zahlenmythen auf

In einem Interview mit dem Deutschlandradio hat der Koblenzer Statistikprofessor Gerd Bosbach deutliche Kritik an der amtlichen Arbeitsmarktstatistik geübt. Nach Meinung von Bosbach ist der angebliche Facharbeitermangel, den Unternehmen und Politik mit williger Unterstützung der Massenmedien regelmäßig an die Wand malen, ein Märchen:

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/interview/1470832/

Die statistischen Manipulationen, die Bosbach aufdeckt, sind ungeheuerlich. Eine besondere Unverfrorenheit ist, daß Arbeitnehmer über 58 Jahre, die ein Jahr lang kein Jobangebot erhalten haben, von der Bundesagentur für Arbeit nicht mehr als Erwerbslose gezählt werden. Hinter dieser Vorgabe steckt politisches Kalkül: Die Zahl älterer Jobsuchender soll möglichst niedrig ausgewiesen werden, um Kritikern der vor allem von CDU und FDP propagierten Verlängerung der Lebensarbeitszeit auf 67 Jahre keine Argumente zu liefern. Denn wenn Menschen schon vor Erreichen der gesetzlichen Altersgrenze keinen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz mehr finden können, ist ein höheres Renteneintrittsalters gleichbedeutend mit einer Rentenkürzung.

Bosbach geht davon aus, daß die tatsächliche Zahl der Erwerbslosen in Deutschland nicht bei drei, sondern bei fünf Millionen liegt. Doch selbst diese Schätzung dürfte noch zu niedrig gegriffen sein. Denn es gibt zahlreiche Menschen, die gerne arbeiten wollen, die Suche nach einem Arbeitsplatz aber aufgegeben haben. Hinzu kommen Erwerbssuchende, die keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld oder Leistungen nach dem SGB II (Hartz IV) haben und sich deshalb gar nicht erst bei der Arbeitsagentur melden. Auch diese Personengruppe taucht nicht in der offiziellen Statistik auf. Dasselbe gilt für sog. „verdeckte Arbeitslose“. Dabei handelt es sich um Beschäftigte vor allem im öffentlichen Sektor, die z.B. aufgrund von Stellenkürzungen eigentlich überflüssig sind, aus rechtlichen Gründen aber nicht entlassen werden können. Ebenfalls unberücksichtigt bleiben unzählige Erwerbstätige, die z.B. als Leiharbeitnehmer oder kleine Selbständige mit Einkommen nahe am Sozialhilfeniveau über die Runden kommen müssen, weil es für sie keine besser dotierten Beschäftigungsalternativen gibt.

Fest steht: Von einem Arbeitskräftemangel kann in Deutschland gegenwärtig keine Rede sein. Das gilt von einigen Spezialisten abgesehen auch für qualifizierte und hochqualifizierte Arbeitnehmer. Bosbach hat völlig recht wenn er darauf hinweist, daß es ansonsten Niedriglöhne und befristete Arbeitsverträge für Facharbeiter und Akademiker hierzulande kaum noch geben dürfte. Das Gegenteil ist der Fall, wie auch ein Blick in die zahlreichen Jobforen im Internet zeigt, in denen Arbeitssuchende teilweise mit Hochschulausbildung ihre Erfahrungen schildern. Diese Berichte aus der Praxis stehen überwiegend im scharfen Kontrast zur offiziellen Darstellung der Arbeitsmarktslage. Vielfach drängt sich der Eindruck aus, man habe es mit Situationsbeschreibungen aus anderen Ländern zu tun. Doch dem ist nicht so.

Die Schummeleien in der Erwerbslosenstatistik verfolgen vor allem den Zweck, der Bevölkerung die Zuwanderung ausländischer Arbeitskräfte nach Deutschland schmackhaft zu machen. Seit dem 1. Mai haben Arbeitnehmer aus acht osteuropäischen EU-Beitrittsstaaten freien Zugang zum deutschen Beschäftigungsmarkt. Offizielle Schätzungen gehen von bis zu einer Million Zuwanderern aus, die bis 2020 aus diesen Ländern in die Bundesrepublik kommen werden. Unabhängige Beobachter rechnen mit noch höheren Zahlen. Doch Wirtschaft, Politik und Interessengruppen reicht das nicht. Sie wollen auch den Zuzug von qualifizierten Arbeitskräften aus Nicht-EU-Staaten forcieren, weil Deutschland für die Zukunft als Folge der demographischen Entwicklung eine erhebliche Personallücke drohe. Solche Prognosen sind freilich nicht mehr als Kaffeesatzleserei. Denn ob es hierzulande in zehn oder zwanzig Jahren tatsächlich einen Mangel an Arbeitskräften geben wird, ist nicht primär vom Angebot an erwerbsfähigen Menschen, sondern vor allem von der Personalnachfrage durch die Unternehmen abhängig. Und die wird von zahllosen Faktoren bestimmt, die kaum kurzfristig, geschweige denn mittel- bis langfristig seriös eingeschätzt werden können.

In Wahrheit geht es um etwas anderes: Die Wirtschaft will ein permanentes Personalüberangebot am Arbeitsmarkt aufrechterhalten, um die Löhne und Gehälter möglichst niedrig zu halten. Denn die Exportüberschüsse der deutschen Industrie sind vor allem Ergebnis der Lohnzurückhaltung, erzwungen die durch die hohe Erwerbslosigkeit in unserem Land. Mit der wäre es schnell vorbei, sollte sich die Arbeitsmarktlage infolge des Bevölkerungsrückgangs tatsächlich entspannen. Deshalb ruft die Wirtschaftslobby schon jetzt nach Zuwanderung. Billige Arbeitskräfte aus dem Ausland sollen dazu beitragen, die Einkommen der abhängig Beschäftigten in Deutschland zu drücken, um so die Profite der Unternehmen zu maximieren. Ein perfides Spiel, an dem sich die Politik munter beteiligt – auf Kosten der Arbeitnehmer!



 
 
 
 
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