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15.11.2010 | Beschäftigungspolitik

DIW sieht keinen Fachkräftemangel

Berliner Forscher bezeichnen Debatte als „Fata Morgana“

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hält Sorgen über einen drohenden Fachkräftemangel in Deutschland für unbegründet. Derzeit ließen sich für ein generell knappes Personalangebot in diesem Arbeitsmarktsegment „keine Belege finden“. Tatsächlich stagnierten die Löhne für qualifizierte Beschäftigte, was gegen ein Ungleichgewicht von Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt spreche. Auch Nachwuchsprobleme der Unternehmen seien auf absehbare Zeit nicht zu erwarten, so die Forscher, weil die Zahl der Studenten auch in technisch-naturwissenschaftlichen Fächern wieder zunehme. Die aufgrund von Alarmmeldungen der Wirtschaft und der Bundesagentur für Arbeit ausgelöste Debatte bezeichnet der DIW deshalb als eine „Fata Morgana“.

Hier geht es zur Meldung bei „Heise Online“
.

Die Einschätzung des DIW zur mutmaßlichen Entwicklung des Angebotes hochqualifizierter Beschäftigter wird durch eine aktuelle Prognose des als sehr zuverlässig geltenden Forschungsinstituts für Bildungs- und Sozialökonomie (FiBS) gestützt. Danach soll die Zahl der Studienanfänger in Deutschland im Jahre 2013 bei 465.000 liegen, 29.000 mehr als in 2009. Und obwohl die Bevölkerungszahl in Deutschland zurückgeht, werden noch 2020 voraussichtlich über 400.000 junge Menschen ein Studium aufnehmen. In den Jahren 2011 und 2012 könnten wegen der geplanten Aussetzung der Wehrpflicht und des Abitur-Doppeljahrgangs sogar bis zu 500.000 Studierwillige jährlich an die Hochschulen strömen.

Die BIW meinen:

Die jetzt veröffentlichte Studie des DIW setzt einen wohltuenden Kontrapunkt gegen die Hysterie, die von interessierten Kreisen aus Wirtschaft und Politik wegen des angeblich drohenden Fachkräftemangels schon seit Monaten verbreitet wird. Mit dieser Schwarzmalerei und immer neuen Horrorzahlen soll vor allem die Forderung nach einer deutlichen Ausweitung der Zuwanderung hoffähig gemacht werden, die in der Bevölkerung wenig populär ist. In diesen Kanon stimmte vor kurzem auch Bundespräsident Christian Wulf ein der meinte, Deutschland sei ein „Einwanderungsland“ und müsse eine „Willkommenskultur“ für Menschen entwickeln, „die wir dringend brauchen“.

Ob und wenn ja wie viele Zuwanderer Deutschland in Zukunft tatsächlich braucht, darüber kann niemand zuverlässig Auskunft geben. Denn Beschäftigungsprognosen sind selbst auf kurze Sicht mit erheblichen Unsicherheiten belastet. Das zeigen die Erfahrungen der Vergangenheit, etwa im Zusammenhang mit der gescheiterten Green Card für hochqualifizierte Migranten. Vorhersagen über die Arbeitsmarktsituation in 20 oder 30 Jahren anstellen zu wollen gleicht deshalb Kaffeesatzleserei. Zwar sind wegen der demographischen Entwicklung in Deutschland ein Rückgang der Erwerbsbevölkerung und damit ein geringeres Angebot an Arbeitskräften zu erwarten. Das beschreibt aber nur die eine Seite der Medaille. Völlig unklar ist dagegen, wie groß der zukünftige Personalbedarf der Unternehmen und damit die Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt sein werden. Hier spielen verschiedene Einflußfaktoren eine Rolle: Der wirtschaftliche Strukturwandel und die (globale) Konjunkturentwicklung rechnen ebenso dazu wie der technische Fortschritt und die Steigerung der Produktivität. Diese Determinanten sind auf längere Sicht ebensowenig vorhersagbar wie ihre konkreten Auswirkungen auf die Beschäftigungssituation.

Wie wenig zuverlässig Arbeitsmarktprognosen sind, zeigt übrigens auch die neue Studie des DIW selbst. Noch vor wenigen Wochen trat DIW-Chef Klaus F. Zimmermann auf dem Höhepunkt der Sarrazin-Debatte mit der Behauptung an die Öffentlichkeit, Deutschland brauche spätestens ab dem Jahre 2015 eine Nettozuwanderung von 500.000 Arbeitskräften pro Jahr. Andernfalls drohten Wohlstandsverluste und ein Renteneintrittsalter von 70 Jahren. Und nun heißt es aus demselben Forschungsinstitut, von einem bundesweiten Mangel an Fachkräften könne auch auf mittlere Sicht keine Rede sein.

Der laute Ruf nach mehr Zuwanderung hat also wenig mit harten Fakten, aber viel mit durchsichtigen politischen und vor allem wirtschaftlichen Interessen zu tun. Den Arbeitgebern geht es darum, mit Hilfe preiswerter Erwerbspersonen aus dem Ausland die Löhne und Gehälter in Deutschland zu drücken, prekäre Beschäftigungsformen wie Leiharbeit und befristete Arbeitsverträge als Flexibilitätspuffer zu erhalten und ältere Mitarbeiter, die als weniger leistungsstark gelten, frühzeitig in den Ruhestand zu schicken. Aus rein betriebswirtschaftlicher Sicht ist das sogar nachvollziehbar. Politisch kann dem wegen der negativen Konsequenzen für die Gesellschaft aber nicht gefolgt werden. Deutschland täte gut daran, aus den Erfahrungen der Gastarbeiterzuwanderung in den sechziger und siebziger Jahre zu lernen, die sich in der Retrospektive betrachtet als ein schwerer Fehler erwiesen hat. Diesen Fehler sollte man im 21. Jahrhundert nicht wiederholen.



 
 
 
 
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