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03.10.2011 | Euro-Krise

Update: Die teure Euro-Rettung

Aktuelle Kosten und Risiken für Deutschland

Erwartungsgemäß hat der Deutsche Bundestag am vergangenen Donnerstag dem erweiterten Euro-Rettungsschirm EFSF mit einem Gesamtvolumen von 780 Milliarden Euro zugestimmt. Damit erhöht sich der deutsche Anteil an den Kreditbürgschaften zugunsten überschuldeter Staaten der Eurozone von zuvor 123 Milliarden auf jetzt bis zu 211 Milliarden Euro. So zumindest wird es von den meisten Medien verbreitet. In Wahrheit kann die Belastung Deutschlands auf über 253 Milliarden steigen. Denn der Rettungsfonds sieht einen Risikopuffer von 20 Prozent für den Fall vor, daß einer der beteiligten Staaten im Zuge der Krise als Bürge ausfällt und die verbleibenden Euro-Mitglieder seinen Anteil übernehmen müssen. Berücksichtigt man ferner die Zinsen, die der EFSF für die Kredite bezahlen muß, die er zur Finanzierung seiner Hilfsmaßnahmen zugunsten maroder EWU-Mitglieder am Kapitalmarkt aufnimmt, summiert sich die deutsche Beteiligung am Kreditrahmen nach Berechnungen der Deutschen Bank sogar auf 400 Milliarden Euro.

Wer glaubt, damit sei das obere Ende der möglichen finanziellen Belastungen für Deutschland in der Euro-Krise erreicht, der irrt gewaltig. Tatsächlich sind die Risiken noch sehr viel höher. Für alle, die angesichts immer neuer Milliardensummen, die von Politikern und Finanzfachleuten in der öffentlichen Diskussion herumgereicht werden, den Überblick verloren haben, haben wir nachstehend die Kosten der Euro-Rettung zusammengestellt, wie sie sich aktuell darstellen:

- Europäischer Finanzstabilisierungsmechanismus (EFSM): Hilfsfonds aller 27 EU-Staaten zur Stützung von Schuldenstaaten, der insgesamt 60 Milliarden Euro zum Rettungsschirm beisteuert.

Anteil Deutschland: 11 Milliarden Euro.

- Kreditlinie des Internationalen Währungsfonds (IWF) zur Stabilisierung maroder Euro-Staaten in Höhe von 250 Milliarden Euro. Hinter dem IWF stehen 187 Staaten, die den Fonds mit Kapital ausstatten. Deutschland ist mit knapp 6 Prozent am IWF beteiligt und haftet in diesem Umfang auch für Darlehen des Währungsfonds, die bislang abgesehen von Griechenland an Irland und Portugal vergeben wurden.

Anteil Deutschland: 15 Milliarden Euro.

- Erstes Rettungspaket für Griechenland, aus dem erstmals im Mai 2010 Geld an das südeuropäische Land floß. Der Kreditrahmen beträgt insgesamt 110 Milliarden Euro, davon sind 65 Milliarden bereits nach Athen überwiesen worden. Eine weitere Tranche in Höhe von 8 Milliarden Euro steht in Kürze zur Auszahlung an, sollte Griechenland die von der Europäischen Währungsunion vorgegebenen Sparziele erfüllen.

Anteil Deutschland: 29 Milliarden Euro.

- Ankäufe von Staatsanleihen notleidender Euro-Länder durch die Europäische Zentralbank (EZB), deren Wert sich derzeit auf ca. 143 Milliarden Euro beläuft. Die EZB wird von den nationalen Notenbanken als Mitgliedern kapitalisiert.

Anteil Deutschland: 48 Milliarden Euro.

- Notenbankkredite der Bundesbank: Die sogenannten Target-Kredite dienen der Finanzierung von Handelsbilanzdefiziten der GIPS-Staaten (Griechenland, Italien, Portugal und Spanien) und werden über die EZB abgewickelt. Das Volumen dieser Überziehungskredite, die in der Krise stark ausgeweitet worden sind, beträgt aktuell 390 Milliarden Euro.

Anteil Deutschland: 129 Milliarden Euro.

- European Financial Stability Facility (EFSF), der Bürgschaften für Darlehen an überschuldete Euro-Staaten vergibt. Sein Kreditrahmen umfaßt nach der vom Deutschen Bundestag beschlossenen Aufstockung des Fonds jetzt 780 Milliarden Euro.

Anteil Deutschland: 253 Milliarden Euro (bzw. 400 Milliarden Euro inkl. Zinsen)

In Summe müssen die deutschen Steuerzahler also für bis zu 485 Milliarden Euro (632 Milliarden Euro) haften, sollten die GIPS-Staaten insolvent gehen, was Experten mit Blick auf Griechenland für wahrscheinlich halten. Die genannten Zahlen sind freilich nur eine Momentaufnahme. Bei den Verantwortlichen auch in der Bundesregierung denkt man schon jetzt laut darüber nach, den Kreditrahmen des Rettungsfonds EFSF trotz der gerade erst beschlossenen Erhöhung der Bürgschaften deutlich auszuweiten. Von Billionenbeträgen ist die Rede, mit denen man zumindest theoretisch auch große EWU-Staaten wie Spanien und Italien vor der Pleite bewahren könnte. Das Projekt Euro droht zu seinem Faß ohne Boden zu werden, das am Ende in erster Linie vom deutschen Steuerzahler befüllt werden muß.

Ergänzung (14.10.2011): Neue Berechung der FAZ

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hat am Mittwoch eine aktuelle Berechnung der Haftungssummen veröffentlicht, mit denen die Staaten der Eurozone die Gemeinschaftswährung vor dem Untergang bewahren wollen:

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/europas-schuldenkrise/schuldenkrise-die-ganze-rechnung-offene-und-verdeckte-hilfen-11489910.html

(auf die Grafik rechts neben dem Artikel klicken)

Insgesamt können bis zu 1,69 Billionen Euro an Krediten vergeben werden, die von den Schuldenländern teilweise schon abgerufen wurden. Deutschland müßte im Extremfall für Darlehen in Höhe von 472 Milliarden Euro haften.
 



 
 
 
 
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